Bachelorstudiengang Heilpädagogik
Profil des Studiengangs
Heilpädagogik wird an der KFH Freiburg als konsekutives Bachelor - Master - Programm angeboten: mit dem 7-semestrigen Bachelorstudiengang Heilpädagogik/Inclusive Education (Abschluss: Bachelor of Arts) und dem 4,5-semestrigen berufsbegleitenden » Masterstudiengang Heilpädagogik (Abschluss: Master of Arts).
Die aufeinander abgestimmten Curricula knüpfen einerseits an die Tradition der Freiburger Heilpädagogik mit seiner klinischen Ausrichtung an, andererseits integrieren sie theoriegeleitet neue Methoden und Fragestellungen, die sich in besonderer Weise dem inklusiven Selbstverständnis einer modernen Heilpädagogik verpflichtet wissen. Damit erhält die Freiburger Heilpädagogik ein neues, perspektivenreiches und weit in die Zukunft gerichtetes Studienprofil.
Heilpädagogik - vier Studienschwerpunkte
Innerhalb des Bachelorstudiengangs Heilpädagogik/Inclusive Education bietet die KFH Freiburg vier Studienschwerpunkte an, die die Absolventinnen und Absolventen für unterschiedliche, hoch spezialisierte Arbeits- und Handlungsfelder der Heilpädagogik/Inclusive Education qualifizieren.
Deshalb müssen sich die Bewerberinnen und Bewerber für einen Studienplatz an der KFH Freiburg für das Bachelorstudium Heilpädagogik/Inclusive Education bereits bei der Bewerbung für einen der folgenden vier Studienschwerpunkte entscheiden:
- » Unterstützte Kommunikation
- » Heilpädagogische Kunsttherapie
- » Behinderung - Bildung und Assistenz
- » Heilpädagogische Spieltherapie und Entwicklungsförderung
Die Studienschwerpunkte repräsentieren zentrale Inhalte und vier wichtige Arbeitsschwerpunkte innerhalb der Heilpädagogik. Unabhängig von den gewählten Studienschwerpunkten beenden alle Studierenden das Studium mit dem Bachelor in Heilpädagogik (Bachelor of Arts). Die Studienschwerpunkte sind kein eigenständiger Studienbereich mit einem separaten Studienabschluss. Im Gegenteil: alle Studierenden im Bachelorstudiengang Heilpädagogik studieren von den insgesamt 210 im Studium zu erwerbenden ECTS etwa 150 ECTS gemeinsam die zentralen und für alle Schwerpunkte gleichermaßen wichtigen und sie verbindenden Studieninhalte der Heilpädagogik. Im Umfang von etwa 60 ECTS profilieren die Studierenden der Heilpädagogik ihren gewählten Studienschwerpunkt.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich während des Studiums über die 210 ECTS hinaus freiwillig im Umfang von etwa 15 ECTS zusätzlich mit einem weiteren Studienschwerpunkt zu beschäftigen und darin zu qualifizieren. Damit ist sichergestellt, dass die Schwerpunkte untereinander eine Verzahnung finden und die 4 Studienschwerpunkte nicht als einseitige Spezialisierung innerhalb der Heilpädagogik missverstanden werden.
Aus der hier zum Download ‹pdf› bereitgestellten Abbildung ist zu entnehmen, dass die handlungsleitenden Paradigmen „Erziehung, Bildung, Förderung, Therapie und Partizipation" genau so wie die Kompetenzbereiche „Diagnostik, Didaktik, Beratung und Management" allen 4 Studienschwerpunkten gleichermaßen zugrunde liegen und das Profil einer Heilpädagogik im Spannungsfeld zwischen klinischer Heilpädagogik und Inklusionspädagogik prägen und die Studieninhalte der 4 Studienschwerpunkte sinnvoll bestimmen.
Damit Studienbewerber sich mit einem Erst- und Zweitwunsch für 2 dieser 4 Studienschwerpunkte entscheiden können, wird im Folgenden jeder Studienschwerpunkt im Überblick beschrieben. Darüber hinausgehende Fragen beantworten die für den jeweiligen Studienschwerpunkt zuständigen Professor/-innen.
Heilpädagogisches Ambulatorium
Zusätzlich zum Praxissemester gibt es in den einzelnen Studienschwerpunkten des Bachelorstudiengangs Heilpädagogik curricular verankerte praxisorientierte Studieninhalte.
Dieses Angebot firmiert unter der Bezeichnung » Heilpädagogisches Ambulatorium mit verschiedenen Studieninhalten.
Im Masterstudiengang Heilpädagogik werden im Heilpädagogischen Ambulatorium Projekte durchgeführt, wie zum Beispiel » Hilfe für Kinder bei häuslicher Gewalt.
Ausbildungsziel und Berufsfelder
Heilpädagogik wird ganz allgemein als Theorie und Praxis der Erziehung unter erschwerten personalen und sozialen Bedingungen verstanden. Heilpädagogik als erziehungswissenschaftliche Disziplin steht im Dialog mit anderen Wissenschaften und versteht sich als Partizipationswissenschaft. Sie zielt auf die Gleichstellung von benachteiligten, ausgegrenzten und behinderten Menschen und orientiert sich nachhaltig an den Paradigmen Selbstbestimmung und Emanzipation sowie Integration und Inklusion.
Das breit gefächerte Angebot der Heilpädagogik richtet sich folgerichtig an Menschen, deren Bedarf an Erziehung, Bildung, Förderung, Therapie, Pflege, Begleitung, Hilfe, Betreuung und Assistenz aufgrund von Störungen der Körperfunktionen bzw. -strukturen (funktioning) und in Anhängigkeit von Kontextfaktoren damit einhergehenden Einschränkungen ihrer Aktivität (activity) höher und anders gelagert ist sowie die gesellschaftliche Teilhabe (partizipation) erschwert. Heilpädagogik leistet wertvolle Hilfen zur Erziehung bei Kindern und jungen Menschen mit emotionalen und Verhaltensstörungen und unterstützt Menschen mit Behinderungen, Lernschwierigkeiten und Benachteiligungen in allen Lebensbereichen und Lebensphasen.
Im Berufsfeld arbeiten Heilpädagogen/Heilpädagoginnen weitgehend eigenverantwortlich im Rahmen institutioneller und rechtlicher Vorgaben. Sie sind im interdisziplinären Team mit anderen Fachleuten für die Ermittlung des heilpädagogischen Betreuungsbedarfes (Diagnostik, Förder- Therapieplanung) und die didaktische Durchführung heilpädagogischer Methoden zuständig. Dafür werden sie im Studium umfassend vorbereitet. Darüber hinaus werden ihnen Anleitungs-, Lehr- und Leitungsaufgaben im Berufsfeld übertragen. Auch dafür werden im Studium der Heilpädagogik wichtige Grundlagen vermittelt (Didaktische Modelle, Management, etc.).
Heilpädagogen/Heilpädagoginnen werden vorwiegend in der Behinderten- und der Jugendhilfe sowie im Gesundheitswesen und in der Altenhilfe tätig. Im Einzelnen sind zu nennen:
- Heilpädagogische Heime und Pflegestellen
- Wohnheime und Wohngruppen für Menschen mit Behinderung
- Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM)
- Einrichtungen zur Rehabilitation nach Unfall oder schwerer Erkrankung
- Sonderkindergärten und integrative Kindergärten
- Frühförderstellen
- Sozialpädiatrische Zentren
- Heilpädagogische Tagesgruppen oder Tagesstätten
- Erziehungs- und Familienberatungsstellen
- Stationäre und teilstationäre Einrichtungen der Jugendhilfe
- Ausbildungsstätten und Fortbildungszentren
- Heilpädagogische Praxen (u.a. in Zusammenarbeit mit Kinderärzten und logopädischen, ergotherapeutischen oder krankengymnastischen Praxen)
- Praxen und (teil-)stationäre Einrichtungen der Kinder- und Jugendpsychiatrie
- Praxen von Kinderärzten
In den genannten Bereichen arbeiten Heilpädagogen/Heilpädagoginnen u.a. mit folgenden Methoden:
- Heilpädagogische Entwicklungsförderung
- Heilpädagogische Spieltherapie und andere Verfahren der Kindertherapie
- Wahrnehmungsförderung und Sensorische Integration
- Heilpädagogische Rhythmik und Psychomotorik
- Heilpädagogische Kunsttherapie und weitere kreative Verfahren
- Verhaltenstherapeutische Verfahren
- Methoden der Gesprächsführung und Beratung
- Systemische Arbeit mit Familien und anderen Bezugspersonen
- Alltagspraktische Förderung und Begleitung
- Begleitung beim Übergang behinderter Menschen in den Beruf, in neue Wohnformen, sowie vom Berufsalltag in den Ruhestand
- Gestaltung des heilpädagogischen Milieus
Studienform: Praxissemester und studienbegleitende Praxisphasen
Das dritte Studiensemester ist ein praktisches Studiensemester. Im praktischen Studiensemester sind je nach Studienschwerpunkt in einer geeigneten Einrichtung der Berufspraxis mindestens 20 Wochen im Umfang tarifüblicher Arbeitszeit abzuleisten. Empfohlen wird das Praxissemester an einer Praxisstelle zu absolvieren, das in ausreichendem Maß den Zielen, Inhalten und Methoden der gewählten Studienschwerpunkte entspricht.
Gesteuert über den Kompetenzbereich 4 arbeiten die Studierenden darüber hinaus nach ihrem Praxissemester je nach Studienschwerpunkt im 4. und 5. Semester sowie im 6. und 7. mit spezifischen Methoden, heilpädagogischen Verfahren und Konzepten mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und alten Menschen in unserem heilpädagogischen Ambulatorium bzw. in unseren Forschungs- und Beratungszentren an der KFH Freiburg oder in den Einrichtungen unserer Kooperationspartner aus der Praxis.
In allen genannten Fällen ist die heilpädagogische Arbeit mit Klienten und den Bezugspersonen integraler Bestandteil der heil- und inklusionspädagogischen Maßnahmen, wie sie für die jeweiligen Studienschwerpunkte typisch sind. Die Studierenden werden bei allen ihren studienintegrierten Praxisphasen intensiv begleitet und supervidiert und erwerben dabei ein konkret praktisches Methodenrepertoire.
Weitere Informationen
Studienvoraussetzung
Hochschulreife, fachgebundene Hochschulreife oder Fachhochschulreife
Studiendauer
Das Bachelorstudium ist modularisiert, die Prüfungen werden studienbegleitend absolviert und nach dem ECTS (European Credit Transfer System) bewertet. Der Bachelorstudiengang Heilpädagogik umfasst eine Regelstudienzeit von 7 Semestern mit insgesamt 210 Credits mit 21 Modulen in 7 Kompetenzbereichen.
Die Lehrveranstaltungen (Kontaktzeiten) haben einen Umfang von 122 Semesterwochenstunden. Die Lehrveranstaltungen bestehen aus Vorlesungen, Seminaren, Exkursionen, Übungen, Tutorien, Projekten. Die Präsenzlehre wird studienbegleitend sukzessive ergänzt durch virtuelles Arbeiten (CariNet, Internet, E-Mail und E-Mail-Beratung).
Das Studium vermittelt ein ausgewogenes Verhältnis von Fach-, Methoden- und sozialen Kompetenzen sowie die Fähigkeit, sich eigenständig neues Wissen und Können anzueignen. Besonderer Wert wird darauf gelegt, heilpädagogische Methoden anwendungsbezogen zu erwerben und so nach Abschluss des Studiums einen unmittelbaren Übergang ins Berufsleben zu gewährleisten.
Studienabschluss
Nach erfolgreichem Abschluss wird der akademische Grad Bachelor of Arts verliehen: Heilpädagoge/Heilpädagogin B.A. Mit dem Bachelorabschluss verleiht die Hochschule auch die Staatliche Anerkennung. Die Absolventin/der Absolvent ist damit berechtigt die Berufsbezeichnung "Staatlich anerkannte Heilpädagogin", "Staatlich anerkannter Heilpädagoge" zu führen (§ 35 Abs. 6 LHG).
Die für den Abschluss des Studiums erforderlichen Pflicht- und Wahlpflichtfächer und die zugehörigen Studien- und Prüfungsleistungen sind im StudIP der KFH Freiburg zusammengestellt. Ausführlich beschrieben sind die Kompetenzbereiche im Modulhandbuch, das von Studierenden ebenfalls im »StudIP der KFH Freiburg abgerufen werden kann.
Studiengebühren- und beiträge
- 500,00 EURO pro Semester zzgl. Verwaltungsgebühren
- es wird ein Studienvertrag mit dem Studierenden abgeschlossen
» Weitere Informationen zu den Studienbeiträgen, Rechtsgrundlagen, Ausnahmeregelungen etc.
Studienbeginn/Bewerbung
- jeweils zum Wintersemester (Oktober)
- Bewerbungsschluss ist der 15. Juni jeden Jahres
» Bewerbungsunterlagen und Online-Bewerbung
Download
- Gesamtinformation ‹download pdf› zum Bachelorstudiengang Heilpädagogik inkl. vier Studienschwerpunkte in einem Dokument
Links, die zum Thema passen
Zusatzlehrprogramme
- » ESA - Europäische Soziale Arbeit / European Social Work
- » RECOS- Regio-Akademie für Soziale Arbeit / Regio-Pole de formation sur le travail
- » SthZ - Sozialtheologische Zusatzausbildung
- » Kth - Sozial- und heilpädagogische Kunsttherapie
- » SPOSA - Sportbezogene, lebensweltorientierte Soziale Arbeit mit sozial benachteiligten jungen Menschen
- » ISAG - Interdisziplinärer Schwerpunkt Angewandte Gerontologie
Kontakt
Studiengangsleitung
Prof. Dr. Reinhard Markowetz
Telefon +49 761 200-1527
markowetz@kfh-freiburg.de
Studiengangssekretariat
Kristina Klatt, Annika Schowalter
Telefon + 49 761 200-1423
klatt@kfh-freiburg.de
Allgemeine Studienberatung
Telefon +49 761 200-1400
Fax +49 761 200-1497
studienberatung@kfh-freiburg.de
Fachliche Studienberatung zu den vier Schwerpunkten
Studienschwerpunkt Unterstütze Kommunikation
Prof. Dr. Gregor Renner
Telefon +49 761 200-1515
renner@kfh-freiburg.de
Studienschwerpunkt Heilpädagogische Kunsttherapie
Prof. Dr. Ruth Hampe
Telefon +49 761 200-1530
hampe@kfh-freiburg.de
Studienschwerpunkt Behinderung - Bildung und Assistenz
Prof. Dr. Reinhard Markowetz
Telefon +49 761 200-1527
markowetz@kfh-freiburg.de
Studienschwerpunkt Heilpädagogische Spieltherapie und Entwicklungsförderung
Prof. Dr. Traudel Simon
Telefon +49 761 200-1526
simon@kfh-freiburg.de



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